Am besonderen Baum rechts halten

Lange laufe ich noch auf diesem Weg umher, der sich nur dann gabelt und kreuzt, wenn kein einzelner Baum weit und breit ist. Der erste Weg führt zu weit nach links. Der zweite Weg geht steil bergab anstatt weiter bergan. Keine der Kreuzungen passt zu meiner Karte. Weder mit noch ohne Baum.

Endlich. Durch die Wipfel sehe ich Häuser. Nun kann ich abschätzen, wie sehr ich fehl gelaufen bin. Wie weit ich zusätzlich laufen muss, um an mein Ziel zu kommen. Ich bin einen Umweg von einem Dorf gelaufen. Entlang der gut beschilderten Landstraße laufe ich die zusätzlichen Kilometer nach dort, wohin der Weg durch den Wald versprochen hatte mich zu bringen.

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Wanderwege könnten ein Teil des öffentlichen Personenverkehrs sein. Gerade in der sogenannten Fläche, also dort, wo die Großstadt und deren dichtes Netz aus U- und S-Bahnen endet. Außerhalb dieser Netze wird oft der unzureichende öffentliche Personenverkehr bemängelt. Die Menschen seien quasi gezwungen, ein eigenes Auto zu nutzen. Doch wer zwingt sie? Ich erlebe gerade, wie schwer es ist, einen Weg abseits der Autostraßen zu finden. Es ist also gar nicht immer die Bequemlichkeit des Autofahrens oder die fehlende Bus-Linie, die mich zwingen das Auto zu nutzen. Schon ein verlässlicher Wegweiser durch den Wald könnte helfen, dem Personenverkehr eine neue Option zu geben.



Naturpark Knüll, August 2022


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