Wegweiser

Die Kennzeichnung des Weges ist auf ein minimalistisches X reduziert. Es findet sich verlässlich an Abzweigen und anderen unklaren Stellen. Die Zeichen sind also da. Es fragt sich nur ob ich mich auch daran halte. Zuhause, beim Planen, ist es ganz logisch. Aber jetzt im Wald? Der Weg zweigt doch ganz eindeutig nach rechts ab. Soll ich wirklich dem Trampelpfad geradeaus folgen? Ja, soll ich. Nach hundert Metern auf dem Trampelpfad kommt ein weiteres, bestätigendes X. Das ist wohl für Zweifler und Anfänger wie mich gedacht.

So langsam traue den Zeichen des Weges mehr und mehr. Selbst wenn sie auf den ersten Blick falsch aussehen. Und es funktioniert. Manchmal muss ich den Mut haben, die Zeichen zu verstehen. Das X mit einem geraden und einem schiefen Strich heißt wirklich genau das: Du musst geradeausgehen, aber nur kurz und dann links abbiegen.

Mir gefällt dieser Minimalismus. Es muss gar nicht alles erstklassig und exzellent sein. Eine brauchbare Erläuterung am Anfang und ein verlässliches X am Wegesrand reichen völlig aus. Die Herausforderung ist eher einem Hinweis auch zu folgen. Einfach den Schildern mal glauben. Den Zeichen, die ich sehe trauen. Auch wenn sich keine große Menge, der ich hinterher trotte, vor mir den Weg entlang wälzt. Und mal machen, wenn es längst deutliche Zeichen für den nötigen Abzweig gibt.

Naturpark Knüll, Oktober 2022


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