
Ich möchte gerne über Heida schreiben, weil ich es beeindruckend finde, was sie erreicht hat und weil ich die Landschaften in Nordeuropa mag. Beim Lesen finde ich einige Vergleiche zu den Büchern, die ich schon vorgestellt habe:
– Heida kämpft und renoviert ihren Hof wie James Rebanks in „Mein englisches Bauernleben“.
– Sie hat den Mut, auch ihre Schwächen zu thematisieren wie Dara McAnulty in „Tagebuch eines jungen Naturforschers“.
Je mehr Bücher ich kenne, desto klarer werden die Facetten des Nature Writings und die Beziehung, in der die einzelnen Texte zueinander stehen. Gleichzeitig zweifele ich bei „Heidas Traum“ mehr und mehr am deutschen Untertitel „Eine Schäferin in Island kämpft um die Natur“. Es ist ein großartiges Buch, aber Heida kämpft um ihren Hof und ihre Schafe. Die Natur ist einfach das, was die ganze Zeit um sie herum ist.
Ganz ähnlich geht es mir mit Smilla Jaspersen. Auch sie ist oft von Natur in Form von Eis und Schnee umgeben. Und doch ist die Beziehung zur Natur nicht das Thema des Buches.
Mir ist klar, wie unterschiedlich Heiða Guðný Ásgeirsdóttir und Smilla Jaspersen sind. Heiða ist eine reale Person, deren Hof und Schafe wirklich in Island sind. Sie lebt tatsächlich in der Natur, die Steinunn Sigurðardóttir in ihrem Buch beschreibt. Smilla existiert nur im Kopf des Lesers. Die Fantasie des Autors Peter Høeg hat sie auf den Buchseiten erscheinen lassen.

Beide Bücher spielen in der Natur, und „die Natur“ ist sogar eine zentrale Figur der Handlung, da sie immer wieder in die Pläne der anderen Figuren eingreift, sie vereitelt oder unterstützt. Es sind beeindruckende Geschichten über ungewöhnliche Hauptpersonen. Allein die dauerhafte Präsenz der Natur, macht ein Buch nicht zum Nature Writing.