Auf zum Malstein (Malstein 1)

„Hoher Malstein 6,8 Km“ Wie oft habe ich nun schon dieses Schild gesehen und noch immer weiß ich nicht, wo der ausgeschilderte Malstein ist. Heute werde ich es herausfinden. Bis nach Schellbach laufe ich über bekannte Wege. Dann muss ich suchen. Meine Landkarte weist einen anderen Weg als die Schilder am Straßenrand. Werden auch Wanderwege verlegt oder durch Neubaustrecken ersetzt? Interesssant. Da wäre ich nicht drauf gekommen.

Ich folge der neuen Beschilderung. Ein schnurgerader Weg über Felder. Seit Schellbach geht es beständig leicht bergan. Sobald sich die ersten Bäume um den Weg ausbreiten, riecht es nach Wald. Eine angenehme Feuchte liegt in der Luft. Dazu der typische Geruch nach pilzig oder modrig. Auch irgendwie dunkel, ohne begründen zu können, wie ich auf dieses Wort komme.

Direkt am Wegesrand wächst ein Dickicht aus Brennnesseln, Johanniskraut, Brombeerranken, Storchschnabel und allerlei andere Pflanzen. Gerade als ich denke, dass es hier keine Waldnelken gibt, sehe ich dann doch eine. Es bleibt aber die einzige für die folgenden Kilometer. Die Pflanzen am Wegesrand wachsen viel dichter und höher als fünf Meter weiter im Wald. Der schmale Saum zwischen Weg und Wald ist offensichtlich ein besonderer Platz. Ein langer schmaler Streifen, an dem es auch im Sommer heller ist als unter dem Blätterdach der Bäume. Alle Pflanzen, die mehr Licht suchen, als der Waldschatten zu bieten hat, drängeln sich hier zusammen.


Naturpark Knüll, Juni 2023


Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..