
Ich laufe entlang sommerlicher Getreidefelder. Die Ähren sind goldgelb. Zumindest rechts des Weges. Einige wenige Wildkräuter ragen pittoresk aus dem Meer von Ähren. Auf der anderen Seite des Weges, die gleichen Ähren, aber durchsetzt von zahlreichen Disteln und Kornblumen.
Ist das eine Feld „normal“ und das andere liegt brach? Vom letzten Jahr ist genug Saatgut auf dem Feld verblieben, dass es reichlich Ähren gibt, aber insgesamt doch zu wenige um zu ernten?
Das nächste Feld hat eine andere Sorte Ähren und die Kamille ersetzt die Disteln. Ist das jetzt noch Getreide oder schon Anbau von Kamille?
In solchen Momenten wird mir klar, wie wenig ich weiß über die Pflanzen, die mich ernähren. Was nutzt mir alles Wissen über alte oder ferne Dinge wie Pyramiden oder Reisen zum Mars, wenn ich auf einem Feld vor der eigenen Haustür nicht einmal Weizen von Disteln unterscheiden kann.


Naturpark Knüll Juni 2023