Hey toll, ein Schild weist auf eine Bank mit Blick auf den Pommer hin. Das Schild sieht fast wie selbstgemalt. Ich bin gespannt und freue mich auf die Abwechslung. Nach wenigen Schritten stehe ich neben einer moosbewachsenen Bank im beginnenden Zerfall. Vor der Bank eine Fläche von fünf mal fünf Metern. Ringsherum hohe Sträucher. Die Aussicht war einmal. Die Sträucher haben ein Versteck mit Sitzplatz daraus gemacht.
In der Ferne höre ich Autolärm. Das, was die Sträucher an Aussicht übrig lassen, wird von einer Hochspannungsleitung durchquert. Auf den Zehenspitzen kann ich die Autobahn A7 sehen. Es ist beeindruckend, wie sie sich den Berg nach oben schlängelt. Das ist kein idyllischer Saumpfad oder eine enge Passstraße, sondern ein 6-spuriges Teermonster, das sich überraschend leichtfüßig in den Berg einpasst. Ich spüre eine deutliche Mischung aus der Faszination der Ingenieurskunst und dem Erschrecken über die angerichtete Zerstörung.


Naturpark Knüll, Juni 2023