
Prasselnder Regen. Windböen. Die Eibe schwankt, winkt, fuchtelt mit ihren Ästen. Ist es ein Tanz mit dem Wind? Ist es ein abwehrendes „Geh weg!“?
Es sieht so leicht aus. Die Zweige federn im Wind. Seit ich einige der Zweige abschneiden musste, weiß ich, wie schwer sie sind. Weiß ich, welche Kraft in den Zweigen steckt. Schwer und zäh und elastisch. Vom sicheren Haus aus schaue ich der Eibe zu. Macht es für die Eibe einen Unterschied, ob ich dem gleichen Wind trotzen muss wie sie?
Im November saß ich zwischen welkem Laub, den letzten Sonnenstrahlen und der heranschleichenden Kälte. Ich spürte dem Garten nach. Heute können Regen und Sturm mir nichts anhaben. Neben mir knistert der Kamin. Zwei große Fenster bieten Aussicht und Schutz. Die Dämmerung dimmt die Beleuchtung. Eibe und bleigrauer Regenhimmel gehen mehr und mehr ineinander über.
Friert die Eibe, wenn es stürmt? Wenn dem Baum nicht kalt ist, weshalb soll dann ich frieren, um zu glauben, dem Baum besonders nahe zu sein? Bäume inspirieren selbst durch geschlossene Fensterscheiben.