
Auf dem Schoß ein schnurrender Kater.
Im Kopf die letzten Gedanken zu einem Buch über die Weisheit der Eichen.
Im Auge leuchten die Blätter der Buchenhecke in Orange und Rostrot und Gelbbraun.
Wie widersinnig doch die Idee von besonderen Bäumen ist. Gibt es unter Bäumen einen Wettbewerb? Ich bin der Älteste! Ich bin die Weiseste! Ich biete mehr Tieren ein Zuhause! Das sind doch alles Menschengedanken. Die Bäume wissen nichts davon. Die Buche strahlt wie ein ganzes Beet Sommerblumen im Spätherbst.
Die Berühmtheit der Bäume, die einhergeht mit besonderer Weisheit, die ihnen unterstellt wird, ist ein Menschending. Weshalb soll denn eine einzelne 500 Jahre alte Eiche weiser sein, als die fünfzig Buchen, die sich zu einer Hecke zusammengetan haben? Die Besonderheit der alten Bäume ist, dass sie trotz der Menschen, die sie wertschätzen, so alt geworden sind. Ohne Menschen werden alle Bäume alt.

Woher kommt der Gedanke der Wertschätzung für einen bestimmten Baum oder eine ganze Baumart? Ist es wirklich der Baum, den wir schätzen oder nur dessen Verwendung? In England wurde die Eiche so sehr geschätzt, dass fast alle davon für den Schiffsbau gefällt wurden. Für den Baum bedeutet es nichts, ob die Menschen Möbel aus ihm schreinern oder ihn zu Brennholz schreddern. Die Möbel können noch so ehrfurchtsvoll und wertschätzend sein, der Baum ist gefällt und kann sich keinen Schrank in die Küche stellen. Es gibt Wertschätzung, auf die man besser verzichten sollte.