
Es beginnt mit einem entlegenen Haus. Der Großvater holzte alle sieben Jahre sein Wäldchen hinter dem Haus als Brennholz ab. Es ist Winter. Ein Freund kommt mit Familie zu Besuch und hilft beim Holz machen. Ein guter Anfang.
Diesen Anfang kenne ich aus der Leseprobe, die mich auf das Buch aufmerksam gemacht hat. Nun habe ich das vollständige Buch in Händen und wenige Seiten nach dem sympathischen Großvater ziehen mittelalterlichen Menschen sich zum Schweinehüten in den Wald zurück, ganz wie sich heutige Menschen in die Yogakurse der Kurklinik zurückziehen.
Was ist denn das für ein Unsinn!
Gleich im nächsten Absatz geht es ebenso wirr weiter. Da strahlt die Sonne wahlweise aus Baumwipfeln oder aus Moskau oder kämpft auf dem Weg zur Kita mit dem Westwind. Es mag ja sein, dass dies alles irgendwie lyrisch gemeint ist. Aber dann muss es auch lyrisch klingen und nicht nur wie ein vom Zufallsgenerator aufgehäuftes Sammelsurium.
Weiter geht es vom Blauen Eisenhut zur Karotte, die einen Pakt mit den Menschen geschlossen hat und sich ihre Gifte hat wegzüchten lassen.
Das alles zusammen ist der Januar einer Naturreise! Ich überspringe den Rest des Januars und versuche es mit dem März. Bücher, die nach Monaten oder Jahreszeiten gegliedert sind, beginne ich meist mit der für mich aktuellen Zeit. Dann passen Buch und mein eigener Natureindruck gut zusammen.
Die ersten Frühlingssonnenstrahlen locken mich in meinen Garten. Schnittlauch und Pimpinelle bieten schon kräftige Büschel an frischem Grün. Auf dem Weg zum Hochbeet reiße ich ein paar saftige Blätter Postelein ab. Vitaminversorgung im Vorbeigehen. Bevor die Sonne um die Hausecke verschwindet, hole ich mir eine frisch gebrühte Kanne Tee. Wie wird es auf Carsten Kluths Naturreise im März weitergehen?
Ein Mann sammelt Mistelbeeren auf und versteckt sie in einem Taschentuch, während eine Frau auf ihn einredet, um nicht zu verschwinden.
Das erzählende Ich läuft einen Weg, der zuerst im knöcheltiefen Schnee verläuft und dann zur Spur von drei Menschen wird und dann zu den überschwemmten Sumpfwiesen führt.
Eine Tochter berichtet über die Garderobe auf dem Klassenflur der Schule.
Ich weiß nicht, welche Art von Natur Carsten Kluth vor Augen hatte als dies schrieb. Für mich ist es ein wirres Mäandern durch wahllose Erlebnisse.