Gerald Klamer „Der Waldwanderer“ (2022)

Am Anfang bin ich begeistert: Welch ein Unterschied zu anderen Wald- und Naturbüchern! Ja, Gerald Klamer läuft im Wald herum, wie andere Autoren auch. Doch sein Blickwinkel ist ein gänzlich anderer. Hier läuft ein Forstwissenschaftler. Einer, der sich auskennt, welcher Baum, wo wie gut wächst und welche Schäden die Bewirtschaftung des Waldes hinterlässt. Nach 60 … Mehr Gerald Klamer „Der Waldwanderer“ (2022)

James Canton „Biografie einer Eiche“ (2020)

In „Biografie einer Eiche“ beschreibt James Canton über den Zeitraum von etwa zwei Jahren seine Gedanken und Erlebnisse zu verschiedenen Eichen.Etwas weniger Absolutheitsanspruch (Weisheit der Eichen und sonst keine anderen Bäume) hätten dem Buch gutgetan. Auch werden als Quellen eher Gedichte aus dem 15 Jahrhundert verwendet und kaum Studien der aktuellen Forschung. Gibt es in … Mehr James Canton „Biografie einer Eiche“ (2020)

Die Bank im Wald

Hey toll, ein Schild weist auf eine Bank mit Blick auf den Pommer hin. Das Schild sieht fast wie selbstgemalt. Ich bin gespannt und freue mich auf die Abwechslung. Nach wenigen Schritten stehe ich neben einer moosbewachsenen Bank im beginnenden Zerfall. Vor der Bank eine Fläche von fünf mal fünf Metern. Ringsherum hohe Sträucher. Die … Mehr Die Bank im Wald

Hasenstrauch 3

Waldschilder – Schilderwald Der Wegweiser Hasenstrauch III zeigt tatsächlich zehn Beschilderungen der unterschiedlichsten Typen.Offensichtlich befinde ich mich an einem Knotenpunkt zahlreicher Wegstrecken. Angefangen von X2 und X9 in schlichtem schwarz-weiß. Bis zum allumfassend unverständlichem „Knüll“. Ein Autobahnkreuz ist deutlich übersichtlicher und geradezu langweilig gegen diese Vielfalt. Elfenwald Doch wer weiß, vielleicht ist es kein Wegweiser, … Mehr Hasenstrauch 3

Der Wald erwacht

Leuchtend grüne Blätter an den gerade noch lichten Bäumen. Überall ist es nun MaiBuchenGrün. Aber hat der Wald wirklich geschlafen? Oder ist das nur das, was ich als Mensch wahrnehme? Seit Monaten kenne ich den Wald nur von kurzen Begegnungen. Meist nur einzelne Bäume und die auch nur vom Blick durch Fenster neben dem warmen … Mehr Der Wald erwacht

Zurück auf dem erdigbraunen Feldweg

… merke ich wie sehr mich die winterliche Aura Schnees umhüllt hatte. Der erste Gedanke dazu war sogar „gefangen genommen“, aber das stimmt nicht. Es ist kein Fesseln, kein Festhalten gegen den eigenen Willen. Es geschieht unmerklich und folgt der eigenen Faszination. Erst jetzt, bei der Rückkehr in den beginnenden Frühling, wird klar, wie besitzergreifend … Mehr Zurück auf dem erdigbraunen Feldweg

Noch immer ist es Winter (Hasenstrauch 3)

Ein zweites Mal mache ich mich auf die Suche nach dem fehlenden Stück meiner Vorstellung zwischen Silberberg und Knüllköpfchen. Noch immer ist es bitterkalt. Doch heute fast ohne Schnee. In sonniger Kälte läuft es sich viel angenehmer als über verschneiten Weg. Ganz gleich wie pittoresk Schneelandschaften auf Fotos aussehen. Und doch dauert es eine ganze … Mehr Noch immer ist es Winter (Hasenstrauch 3)

Novemberherbst

Der Novemberherbst hat sich eingeschlichen. Statt milder Herbstsonne und letztem Picknick gibt es immer öfter nebeltrübe und frostige Tage. Heute ist also die Zeit für die depressive Seite des Herbstes, denke ich mir. Bis ich – nach ausführlichem Frühstück und der zweiten Kanne Tee – allerdings losgehe, ist der morgendliche Frost verschwunden und selbst der … Mehr Novemberherbst

Kraniche

Den ganzen Tag schon höre ich die Zugvögel, ohne sie auch tatsächlich zu sehen. Langsam frage ich mich, ob ich sie wirklich da sind, in der Luft über mir, oder ob nur ich sie höre. Der Tag und der blaue Himmel passen perfekt zu einem Schwarm Kraniche. In einem weitgeschwungenen Pfeil ziehen sie ihre Bahn … Mehr Kraniche

Ich schaue dem Laub beim Fallen zu

Ein breiter langer Weg durch den Wald. Schon dick mit buntem Laub bedeckt. Ich bleibe stehen und schaue dem Laub beim Fallen zu. Ich höre, wie es ganz sacht auf dem Boden ankommt. Vorsichtig, um nicht alles gleich plattzutrampeln, gehe ich weiter und halte nach besonderen Exemplaren Ausschau. Ohne groß nachzudenken, suche ich nach den … Mehr Ich schaue dem Laub beim Fallen zu

Waldschreiben

Ungefragt tauchen Worte und Gedanken auf. Als hätten sie in den Baumwipfeln und selbst zwischen den Brennnesselbüschen gesessen und darauf gewartet, dass ich eine Rast einlege und sie mich umschleichen können. So ist Schreiben im Wald. Wie mag es den Stadtschreibern gehen, die ihre Worte zwischen Betonritzen und im Straßenlärm aufspüren müssen? Ich bin froh, … Mehr Waldschreiben

Fabulieren auf den Fabelwegen des Naturpark Knüll

Der Fernblick ins Rinnetal und das Hexenhäuschen, zwei meiner Schreib-Orte im Stadtwald Lichte. Beide liegen an den neuen Fabelwegen des Naturparks Knüll. Ich beginne damit, meinen Plan vom NaturSchreiben umzusetzen: Ich wandere und schreibe einfach hier, anstatt von fernen Regionen zu träumen und die NaturAutoren, die dort schreiben können zu beneiden.

Hexenhäuschen

In „meinem“ Wald komme ich oft an einer kleinen Hütte vorbei. So lange ich diesen Wald nun schon kenne, noch nie habe ich Leben in dieser Hütte gesehen. Vielleicht ist sie verhext und zeigt sich jedem Wanderer auf andere Weise. In Carla Schneiders „Reise in den Norden“ gibt es genau solch eine Hütte mit wechselndem … Mehr Hexenhäuschen

Zuflucht

Immer wieder entdecke ich kleine Holzhütten. Ein Unterschlupf aus gesammelten Ästen. Wer baut sie? Ganz nah am Wegesrand und doch eine eigene Welt. Ein frischer Farn wächst geschützt im Inneren. Als ich lange und still genug sitze sehe ich einen Baumsämling. Drei weitere. Vier. Klappernde Wanderstöcken und gakelnde Stimmen voll Alltagsgeplapper tönen vom Waldweg hinüber. … Mehr Zuflucht

Baumkinder – Wald ist so viel mehr als Grün

Plötzlich neben mir ein ganzer Wald an jungen Bäumen. Je näher ich heranschleiche, desto schlechter lässt sich die Horde photographieren. Je näher ich heranschleiche, desto mehr Details entdecke ich. Bäumchen halb so groß, wie der Farn um sie herum. Bäumchen, die gerade doppelt so hoch sind, wie das Moos aus dem sie hervorwachsen. Aber trotzdem … Mehr Baumkinder – Wald ist so viel mehr als Grün

Waldbewohner

Sobald ich stehenbleibe, um etwas genauer anzusehen oder Notizen zu machen, höre ich Bienengesumm. Oft recht scheue Tiere, die das Weite suchen, kaum, dass ich sie nicht nur höre sondern auch sehe. Gibt es spezielle Waldbienen und -Hummeln? Eine Schnecke ändert sofort ihre Richtung als ich einen Meter vor ihr stehenbleibe, um sie anzuschauen. Die … Mehr Waldbewohner

Wald

In meinem Kopf ist Wald der Ausdruck für Natur, für dem Wetter verbunden oder ausgesetzt sein, je nach Sonne oder Regen. Für unberührt. Sich selbst überlassen. Der Ort für mir unbekannte Tiere und Geräusche. Der Ort für Schutz, Geborgenheit aber auch für furchtsame Abende, wenn es dunkel wird und ich allein in der offenen Schutzhütte … Mehr Wald

Und wieder hat jemand ein tolles Buch über seine Wanderung quer durch Irgendwo geschrieben…

Ach, könnte ich doch auch bloß durchs Irgendwo wandern. Aber ich wohne ja in Deutschland, da gibt es keinen Wainwright-Trail[1] und ich kann nicht einfach mal wochenlang durch den Yosemite Nationalpark laufen.„Ja dann lauf eben hier rum!“„Hier rumlaufen? Zu was soll denn das gut sein?“„Na, glaubst Du etwa, entlang der Penninen zu laufen wäre eine … Mehr Und wieder hat jemand ein tolles Buch über seine Wanderung quer durch Irgendwo geschrieben…

Neuzugänge willkommen

Am Wegesrand liegt ein verlassener Baumrumpf. Gefällt, zerteilt und liegengelassen. Ein vertrocknender Rest, den die Holzfäller, die heute wahrscheinlich eher Forstfachangestellte heißen, zurückgelassen haben. Vielleicht war der LKW schon zu schwer, um noch mehr aufzuladen. Vielleicht ist das Holz zu wertlos, dass sich die Mühe lohnt. Alles Gedanken, die in meinem Kopf herumstöbern während der … Mehr Neuzugänge willkommen

Der Wald blüht

Die verschiedensten Waldrandsträucher blühen gerade. Der Schwarzdorn ist sogar schon verblüht. Der Weißdorn beginnt gerade erst. Vieles andere, das ich (noch) nicht benennen kann versorgt die Wildbienen mit Nektar und eilige Autofahrer mit einem Lächeln. Bitte verzeiht, namenlose Blütengehölze, dass ich euch nicht besser ansprechen kann. Im Wald drinnen, weit weg vom Gehölzrand, blüht es … Mehr Der Wald blüht

Quer – Feld – Ein

Eine Schneise der Verwüstung quert den Waldweg. Ich bin gleichermaßen entsetzt und erstaunt, mit welcher Zerstörungskraft sich hier etwas durch den Wald bewegt hat. Eine Schar mittelalterlicher Raubritter wäre eine leichtfüßige Harmlosigkeit gegen diese Macht, die alles, was an Kraut und Baum im Wege stand, unter sich zermalmte. Und dennoch ist es auch bewundernswert, mit … Mehr Quer – Feld – Ein

Wusste Thoreau, dass er ein Nature Writer ist? – „Walden“ und das Nature Writing

Ich muss das Wort „Nature Writing“ nicht einmal aussprechen, allein nur daran zu denken reicht aus, um den Namen Henry David Thoreau aus dem Nebel der Vergangenheit auftauchen zu lassen. Dazu das in allen Veröffentlichungen verwendete Foto, eines bereits alt wirkenden Mannes mit seltsam geschnittenem Bart. Das Kinn ist rasiert und ein wild wuchernder Bart … Mehr Wusste Thoreau, dass er ein Nature Writer ist? – „Walden“ und das Nature Writing

Henry David Thoreau „Walden oder Ein Leben in den Wäldern“ (1854)

Ich vermute einmal, dass jeder, der sich mit dem Themen „Leben mit der Natur“ beschäftigt früher oder später auf Henry David Thoreaus „Walden oder Ein Leben in den Wäldern“ trifft. Jedes Mal wenn mir in den letzten 10 Jahren dieses Buch begegnet ist, wurde eine andere Facette vorgestellt aber letztlich waren es immer Begeisterung und … Mehr Henry David Thoreau „Walden oder Ein Leben in den Wäldern“ (1854)

Die wagemutigen Vorboten des Frühlings

Eine endlose Schicht aus graubraun zerfallenem Herbstlaub liegt leblos auf dem kalten Waldboden herum. In diese Einöde werden die Vorboten geschickt. Die Vorboten sind dem, den sie ankündigen weit voraus. Der Name sagt es eigentlich, aber jetzt vor dem Frühling wird es besonders deutlich, wie mühsam das Leben der Vorboten ist. Der Frühling, den sie … Mehr Die wagemutigen Vorboten des Frühlings

Muss ich erst sämtliche Tiere und Pflanzen kennen, bevor ich über die Natur schreiben darf? – Ein Selbstversuch zum Nature Writing

Ich kann ja gar kein Nature Writer sein, weil ich nicht so viele Insekten benennen kann, wie Annie Dillard*. Die Vögel, von denen Dara McAnulty* berichtet, muss ich im Lexikon nachschlagen. Und ich wohne auch nicht im Wald wie Henry David Thoreau*. Ich laufe da nur durch. Obendrein lässt sich der Begriff nicht einmal ins … Mehr Muss ich erst sämtliche Tiere und Pflanzen kennen, bevor ich über die Natur schreiben darf? – Ein Selbstversuch zum Nature Writing

Das Schreiben in der Natur und über die Natur – Was ist Nature Writing?

Seit einigen Jahren schreibe ich über meinen Garten. Anfangs ging es sehr konkret um die Auswahl der Tomaten- und Gemüsesorten. Mittlerweile mischen sich immer mehr Texte über Unkräuter, Heilkräuter und die Natur als Ganzes darunter. Es geht also weg vom Garten-Ratgeber und hin zu Natur-Texten. Doch was ist dieses Schreiben über die Natur eigentlich?Ich stöbere … Mehr Das Schreiben in der Natur und über die Natur – Was ist Nature Writing?