Eine ungewöhnliche Sprache, die auf den ersten Seiten fröhlich und unkonventionell klingt. Bald darauf erinnert sie an einen Workshop im Creative Writing. Und wieder ein paar Seiten später ist es einfach nur mühsam zu lesen.

Laut Klappentext erzählt Kramberger „In poetischer Sprache und mit feinem Humor (…) von einer Protagonistin, die einen Bauernhof übernimmt und Kämpfe mit der festgefahrenen Tradition, der Bürokratie und nicht zuletzt mit der Natur bestehen muss.“ In dem Buch, das ich lese, kommt eine Vierjährige mit Fernglas vor. Dazu eine Oma, die häufig wiederholt, dass Bauern arbeiten müssen. Nach manchen Seiten kann ich gar nicht sagen, was dort überhaupt berichtet wurde. Von dem Klappentext kann ich nichts wiederfinden.
Das Cover sieht tatsächlich genau so aus. Der Titel ist auf dem stechenden Blau des Hintergrunds kaum zu erkennen.
Einige Seiten, die sich vermutlich mit dem Tod des Großvaters beschäftigen, mögen ja irgendwie noch zum Thema gehören. Aber was hat das, was vermutlich eine Panikattacke in der Berliner U-Bahn ist, mit einem Bauernhof zu tun?
Ich war gespannt, wie Nataša Kramberger im Vergleich zu James Rebanks schreibt. Beide haben einen Bauernhof übernommen, den sie in die heutige Zeit bringen wollen, ohne daraus Agrarindustrie zu machen. Kramberger und Rebanks könnten kaum unterschiedlicher schreiben. Auch Rebanks blickt in Gedanken an seine Großeltern zurück und setzt aus vielerlei Puzzlestücken erst nach und nach ein Gesamtbild zusammen, doch es bleibt für den Leser immer verständlich in welchem Jahrzehnt er sich gerade befindet und um was es in dem jeweiligen Kapitel geht. Bei Kramberger ist es eher ein Rätselraten aus überbunten Bildern.