Ein schmaler Band, der außer dem eigentlichen Text „Laubwerk“ noch ein lesenswertes Vorwort, ein Gespräch mit der Autorin und die Laudatio für den Wortmeldungen-Literaturpreis enthält, den Marion Poschmann mit diesem Text gewonnen hat.
17 Absätze auf 21 postkartengroßen Seiten. Das sind 17 Aspekte zum Thema Laub. Ich muss aufpassen, dass meine Rezension nicht länger als der vorgestellte Text wird.
Der Text ist nicht nur als schmales Bändchen im Verbrecher Verlag verfügbar, sondern auch als Download bei wortmeldungen.org. Ich nutze die Möglichkeit, den Text am Computer lesen und bearbeiten zu können. Ich beginne, einzelne Worte mit dem digitalen Marker aufzuspießen. Halbsätze leuchten in Orange.
Die Perspektiven sind vielfältig. Trotz der wenigen Seiten. Stadtbäume, Herbstlaubbegeisterung (in den Neu England-Staaten der USA). Laubbläsergerichtstermine (in Deutschland). Klimawandel. Blätter als Kunstwerk.
Alles angerissen. Im positiven Sinne. Vieles wird kurz beleuchtet, bevor der nächste oder übernächste Absatz ein neues Thema aufschlägt.
Die Fachsprache der Germanistik nennt das wohl Essay. Für mich sind es Skizzen, die zum Weiterdenken anregen. Gerne würde ich weitere, ausführende, mäandernde Gedanken von Marion Poschmann über Laub in allen seinen Facetten lesen.
Technische Anmerkungen:
Sowohl der gedruckte Text des Verbrecherverlages, als auch der Download von wortmeldungen.org verwirren mich mit ungewohnten Schreibungen:
In vielen Fällen wird das ß nach alter Rechtschreibung verwendet. So zum Beispiel in gepreßt, Prozeß, Trockenstreß, aufgefaßt. Schreibungen, die ich ansonsten nur aus alten Taschenbüchern kenne, die seit Studententagen in den späten 1980-ern mein Bücherregal bevölkern. Auch „zuviel“ oder „ebensogut“ würden in meinen Texten ganz klar als fehlerhaft gelten.

