Verloren (Hochmoor 3)

Die Kiefern stehen in einem Meer aus Wollgras. Der Wind, der Steg und ich. Sonst ist hier niemand. Sonne und Wolken legen im Wechsel andere Stimmungen über den Blick.Sonne: Abgeschieden und ungewohnt, aber nicht feindlich.Wolken: Düster, unwirtlich und verloren.Ein Ort an dem Wanderer lautlos verschwinden. Mit Glück findet der Suchtrupp nach Tagen die rote Wanderjacke. … Mehr Verloren (Hochmoor 3)

Schauen (Hochmoor 2)

Eine mürrisch braun vertrocknete Ebene mit weißen Wattetupfen als surreale Dekoration. Sobald die Sonne kurz hinter den Wolken verschwindet, hat die Landschaft etwas verlassen Gruseliges. Wie lässt sich die Stimmung hier festhalten? Noch ein Foto? Und zu Hause blicke ich dann sehnsüchtig zurück und sage, wie gerne ich dort noch einmal wäre? Weshalb erst zu … Mehr Schauen (Hochmoor 2)

Vielfalt (Hochmoor 1)

Ich verlasse das wimmelnde Bunt der zahllosen Frühsommerblüten. Die Holzbohlen des Weges geben meinem Schritt Verlässlichkeit. Dicke, regelmäßige Bretter, von Wind und Wetter abgeschliffen. Rechts und links neben mir ein Wald aus Birken. Der Weg mitten hindurch. Kühler, leiser als auf der Wiese. Haben Blüten und Gräser und Farben einen Klang? Wie viel stiller es … Mehr Vielfalt (Hochmoor 1)

Die große Wiese

Die große Wiese auf dem Weg zum Schwarzen Moor ist einer meiner Lieblingsplätze. Die Wiese wimmelt vor Bunt. Die Grundfarbe ist das Gelb des Scharfen Hahnenfußes. Dazu überraschend viel Braun und Rosa. Braun nicht als verdorrte Pflanzen oder kahler Boden. Es sind Gräser, deren Spitzen die braunen und rosafarbenen Farbtöne beisteuern. Gleich auf den ersten … Mehr Die große Wiese

Gavin Maxwell „Ein Ring aus hellem Wasser“ (1960)

Gavin Maxwell beschreibt die Zeit, die er an der schottischen Westküste erlebt hat, aus der Perspektive der Lebenserinnerungen. Er bezieht 1950 ein sehr einsam gelegenes Haus, das er selbst herrichtet und möbliert. Er lässt allerdings auch vieles aus. Was genau er nun erlebt hat, und wie das Leben dazwischen aussah, erfährt der Leser nicht. Über … Mehr Gavin Maxwell „Ein Ring aus hellem Wasser“ (1960)

Fabulieren auf den Fabelwegen des Naturpark Knüll

Der Fernblick ins Rinnetal und das Hexenhäuschen, zwei meiner Schreib-Orte im Stadtwald Lichte. Beide liegen an den neuen Fabelwegen des Naturparks Knüll. Ich beginne damit, meinen Plan vom NaturSchreiben umzusetzen: Ich wandere und schreibe einfach hier, anstatt von fernen Regionen zu träumen und die NaturAutoren, die dort schreiben können zu beneiden.

Alfred Wainwright „A pictorial guide to the Lakeland Fells“ (1958)

Ich bin durch die außerordentlichen Postkarten von Colin Baxter und die beeindruckende Malerin, Autorin und Naturschützerin Beatrix Potter auf den Lake District aufmerksam geworden. Erst später habe ich auch Alfred Wainwright und seine Wanderführer „A pictorial guide to the Lakeland Fells“ entdeckt. A pictorial guide to the Lakeland Fells ist eine bisher nur auf Englisch … Mehr Alfred Wainwright „A pictorial guide to the Lakeland Fells“ (1958)

Und wieder hat jemand ein tolles Buch über seine Wanderung quer durch Irgendwo geschrieben…

Ach, könnte ich doch auch bloß durchs Irgendwo wandern. Aber ich wohne ja in Deutschland, da gibt es keinen Wainwright-Trail[1] und ich kann nicht einfach mal wochenlang durch den Yosemite Nationalpark laufen.„Ja dann lauf eben hier rum!“„Hier rumlaufen? Zu was soll denn das gut sein?“„Na, glaubst Du etwa, entlang der Penninen zu laufen wäre eine … Mehr Und wieder hat jemand ein tolles Buch über seine Wanderung quer durch Irgendwo geschrieben…

Rachel Carson „Am Saum der Gezeiten“ (1955)

Rachel Carson ist dem deutschsprachigen Leser durch das Buch „Stummer Frühling“ bekannt. Stummer Frühling beschreibt detailliert und mit naturwissenschaftlichen Fakten die Folgen des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft. Diese Mittel zum Schutz der Nutzpflanzen sind in der Regel tödlich für viele andere Pflanzen und für Insekten. Der Titel „Stummer Frühling“ bezieht sich auf den … Mehr Rachel Carson „Am Saum der Gezeiten“ (1955)

Nan Shepherd & Tilda Swinton – „The living mountain“ als Hörbuch

Something moves between me and it. Place and mind may interpenetrate till the nature of both is altered. I cannot tell what this movement is except by recounting it.Es gibt Augenblicke, in denen ein Kontakt zwischen dem Berg und mir entsteht. Der Ort und mein Geist durchdringen sich gegenseitig, bis beider Natur verändert ist. Ich … Mehr Nan Shepherd & Tilda Swinton – „The living mountain“ als Hörbuch

„Der lebende Berg“ : Mit Nan Shepherd durch die Cairngorm Mountains (1945 / 1977)

Einige Tage nachdem ich mir Robert Macfarlanes Einleitung erarbeitet habe, stelle ich mir ein improvisiertes schottisches Picknique zusammen, Scones, Teekanne und Erdbeer-Pfefferminz-Marmelade, setze mich an den knisternden Kamin und beginne Nan Sheperds „Der lebende Berg“ noch einmal von vorn. „Der Sommer auf dem Hochplateau kann köstlich wie Honig sein, ebenso eine drückende Heimsuchung. Für die, … Mehr „Der lebende Berg“ : Mit Nan Shepherd durch die Cairngorm Mountains (1945 / 1977)

Nan Sheperd: „Der lebende Berg“ – Eine erste Begegnung

Ich hatte gerade Annie Dillards „Pilger am Tinker Creek“ beendet, als mir immer wieder Nan Shepherds „Der lebende Berg“ begegnete. Ich war skeptisch ein weiteres hochgelobtes Buch aus dem gleichen Verlag zu lesen. Auch der Titel „Der lebende Berg“ erschien mir nicht sonderlich reizvoll. Ein Bericht über Elise Wortley, die auf den Spuren von Nan … Mehr Nan Sheperd: „Der lebende Berg“ – Eine erste Begegnung

Emily Carr „Klee Wyck – Die, die lacht“ (1941)

Emily Carr war eine kanadische Malerin. Sie lebte von 1871 bis 1945. In ihrem Buch „Klee Wyck“[1] beschreibt sie zahlreiche Besuche in bewohnten oder auch bereits verlassenen Dörfern der First Nations an der kanadischen Westküste. Das „offizielle“ Thema des Buches sind ihre Gemälde der Totempfähle und ihre Begegnungen mit den Angehörigen der First Nations[2]. Doch … Mehr Emily Carr „Klee Wyck – Die, die lacht“ (1941)

Henry Beston „Das Haus am Rand der Welt“ [The outermost House (1928)]

Der KlappentextSeptember 1926. Henry Beston bezieht ein kleines Holzhaus am Meer, das er sich im Jahr zuvor hat bauen lassen, um dort seinen Urlaub zu verbringen. Geplant waren zwei Wochen, doch er bleibt ein ganzes Jahr; ein Jahr, in dem er seine Umwelt auf sich wirken lässt, sie untersucht und auf diese Weise verstehen lernt. … Mehr Henry Beston „Das Haus am Rand der Welt“ [The outermost House (1928)]

Mauersegler und Holunderblüte – Die Sommerboten

Die Mauersegler sind da! Die Flugkünstler, die allabendlich mit ihrem Sriih-Sriih um die Hausecken fegen, sind aus ihrem Winterquartier zurück! Ende April dachte ich noch darüber nach, ob der Winter endlich vorbei ist, und es Zeit für die Freilandaussaat ist, aber nun sind meine ganz persönlichen Sommerboten wieder da. Seit ich entdeckte, dass wir nicht … Mehr Mauersegler und Holunderblüte – Die Sommerboten

Ich bin dann mal im Wald – Hier will ich jetzt öfter sein

Ich bin dann mal im Wald In Windeseile hat sich das karge Braun des Waldbodens in einen grünen Teppich verwandelt. In „Windeseile“, wirklich? In der menschlichen Sprache klingt es so lautmalerisch. Aber wer weiß das schon so genau, ob der Wind tatsächlich etwas mit dem Grün des Waldbodens zu tun hat. Genauso das „sich verwandelt“. … Mehr Ich bin dann mal im Wald – Hier will ich jetzt öfter sein

Mary Hunter Austin „Wo wenig Regen fällt“ (1903)

Mary Hunter Austin veröffentlichte 1903 vierzehn kurze Geschichten über Landschaft, Tiere und Menschen der Mojave-Wüste im Südwesten der USA. Sie hatte diese Region viele Jahre lang durchstreift und dann in nur wenigen Wochen die Texte für das Buch „Land of little rain“ geschrieben.Selbst das Vorwort ist eine eigene Geschichte. Es ist kein Vorwort eines Herausgebers … Mehr Mary Hunter Austin „Wo wenig Regen fällt“ (1903)

Fridtjof Nansen – Auf Schneeschuhen durch Grönland (1890)

„Auf Schneeschuhen durch Grönland“ beschreibt die Wanderung Nansens von der Ostküste Grönlands quer über das Eisschild nach Godthab (heute Nuuk) im Jahre 1888. Die Wanderung über das Eis begann südlich des heutigen Tasiilaq. Mit der Durchquerung Grönlands wollte Nansen herausfinden, wie das Land abseits der Küsten beschaffen war. Es hatte bis dahin nur wenige und … Mehr Fridtjof Nansen – Auf Schneeschuhen durch Grönland (1890)

Quer – Feld – Ein

Eine Schneise der Verwüstung quert den Waldweg. Ich bin gleichermaßen entsetzt und erstaunt, mit welcher Zerstörungskraft sich hier etwas durch den Wald bewegt hat. Eine Schar mittelalterlicher Raubritter wäre eine leichtfüßige Harmlosigkeit gegen diese Macht, die alles, was an Kraut und Baum im Wege stand, unter sich zermalmte. Und dennoch ist es auch bewundernswert, mit … Mehr Quer – Feld – Ein

Die wagemutigen Vorboten des Frühlings

Eine endlose Schicht aus graubraun zerfallenem Herbstlaub liegt leblos auf dem kalten Waldboden herum. In diese Einöde werden die Vorboten geschickt. Die Vorboten sind dem, den sie ankündigen weit voraus. Der Name sagt es eigentlich, aber jetzt vor dem Frühling wird es besonders deutlich, wie mühsam das Leben der Vorboten ist. Der Frühling, den sie … Mehr Die wagemutigen Vorboten des Frühlings

Alphonse Karr „Reise um meinen Garten“ (1845)

„Die Reise um meinen Garten“ ist ein Roman in 66 Briefen. Der Erzähler Stephen ist überrascht und anfangs auch verärgert, dass sein Freund zu einer weiten Reise aufbricht. Um es dem Freund nachzutun und selbst auch zu verreisen, begibt sich Stephen auf eine Reise durch seinen Garten. Dabei entdeckt er viel Wundersames und ist überzeugt, … Mehr Alphonse Karr „Reise um meinen Garten“ (1845)

Ralph Waldo Emerson „Natur“ (1836)

Ralph Waldo Emerson (1803 – 1882) lebte in Concord, einer Kleinstadt vor den Toren von Boston, Massachusetts, in den USA. Er war ein Unterstützer, Freund und Vorbild für Henry David Thoreau und er war begeistert von Humboldt und dessen Buch „Kosmos“. Emerson sagte über Humboldt: „Humboldt war eines jener Weltwunder, die von Zeit zu Zeit … Mehr Ralph Waldo Emerson „Natur“ (1836)

Heinrich Heine „Reisebilder erster Teil: Die Harzreise“ (1826)

Im Jahre 1824 macht Heinrich Heine eine ausgedehnte Reise von Göttingen über den Brocken im Harz nach Weimar [1]. Der Rückweg führt ihn über Eisenach und Kassel zurück nach Göttingen. Eine Strecke von etwa 500 Kilometern. Einen Teil davon fährt er mit der Postkutsche, aber weite Strecken geht er zu Fuß. Den Anfang der Reise … Mehr Heinrich Heine „Reisebilder erster Teil: Die Harzreise“ (1826)

Alexander von Humboldt: Forscher – Weltreisender – Naturschriftsteller

Zum ersten Mal bewusst wahrgenommen habe ich Alexander von Humboldt bei einem Museums-Besuch. Dort hingen einige Schautafeln seiner Südamerika-Reise. Überall wird von „Reise“ gesprochen. „Lebensbedrohliche Expedition“ wäre allerdings die passendere Beschreibung. Mit einer Reise im heutigen Sinne hat das, was Humboldt von 1799 bis 1804 getan hat wenig zu tun. Offiziell ist Humboldt eine Art … Mehr Alexander von Humboldt: Forscher – Weltreisender – Naturschriftsteller

Gilbert White „Die Erkundung von Selborne“ (1789)

Ach, was ein angenehm unaufgeregtes Buch! Das Buch besteht aus einer Sammlung von Briefen. Mir ist nicht klar, weshalb Gilbert White seinen Text nicht einfach als Buch verfasst. Ich vermute, es ist die damalige Art des Schreibens. Die Briefe beginnen in einer sachlichen und ruhigen Art mit der Beschreibung des Ortes Selborn sowie der Landschaft … Mehr Gilbert White „Die Erkundung von Selborne“ (1789)

Das Schreiben in der Natur und über die Natur – Was ist Nature Writing?

Seit einigen Jahren schreibe ich über meinen Garten. Anfangs ging es sehr konkret um die Auswahl der Tomaten- und Gemüsesorten. Mittlerweile mischen sich immer mehr Texte über Unkräuter, Heilkräuter und die Natur als Ganzes darunter. Es geht also weg vom Garten-Ratgeber und hin zu Natur-Texten. Doch was ist dieses Schreiben über die Natur eigentlich?Ich stöbere … Mehr Das Schreiben in der Natur und über die Natur – Was ist Nature Writing?